Tapentadol

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Gebrauchsinformation zu Tapentadol

Tapentadol

Tapentadol

Bioverfügbarkeit: 0-50%

ATC-Code: N02AX06

Proteinbindung: ≥ 20%

Metabolismus: Keine Daten vorhanden

Halbwertszeit: 4 Stunden

Ausscheidung: Urin

CAS-Nummer: 175591-09-0

PubChem-CID: 9838022

ChemSpider: 8013742

UNII: H8A007M585

KEGG: D06007

ChEMBL: ChEMBL1201776

ECHA-InfoCard: 100.131.247

Summenformel: C14H23NO

Molare Masse: 221.344 g·mol−1

Wie wirkt es?

Tapentadol ist ein zentral wirksames Analgetikum, das zwei Wirkungsmechanismen in einem Molekül kombiniert, nämlich μ-Opioid-Rezeptor-Agonismus und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung.

μ-Rezeptor-Agonisten wirken, indem sie die emotionalen und sensorischen Aspekte der Schmerzen verändern, die Übertragung von Schmerzen zum Rückenmark hemmen und die Aktivitäten in den für die Schmerzwahrnehmung verantwortlichen Teilen des Gehirns beeinflussen. Als Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer steigert es den Anteil an Noradrenalin im Gehirn.

Die Wirksamkeit ist mit Morphin vergleichbar. Tapentadol scheint jedoch besser verträglich zu sein, besonders was die Nebenwirkungen seitens des Verdauungssystems wie Erbrechen, Übelkeit und Verstopfung angeht.

Wie wird es angewendet?

Die Tabletten Tapentadol werden oral in einer Anfangsdosis von 50 mg zweimal täglich eingenommen. Die Einnahme erfolgt mit Wasser, im Abstand von 12 Stunden und unabhängig von den Mahlzeiten.

Die Dosis sollte individuell vom Arzt eingestellt werden, je nach Schweregrad des Schmerzsyndroms und der vorherigen Therapie.

Nebenwirkungen

Übelkeit
Übelkeit,
Erbrechen

Schwindel
Schwindel

Kopfschmerzen
Kopfschmerzen

Schläfrigkeit
Schläfrigkeit

Angstgefühl
Ängstlichkeit

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vorsicht bei den Leberproblemen
  • Vorsicht bei Nierenproblemen
  • Vorsicht bei Epilepsie
  • Vorsicht bei Einnahme oder Anwendung bestimmter Arzneimittel
  • Medikamentenmissbrauch
  • Medikamentensucht
Vorsicht bei den Leberproblemen
Vorsicht bei Nierenproblemen
Vorsicht bei Epilepsie
Vorsicht bei Einnahme oder Anwendung bestimmter Arzneimittel
Gemischte µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten/-Antagonisten (zum Beispiel Nalbuphin, Pentazocin,) und partielle µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten (Buprenorphin).
Medikamentenmissbrauch
Medikamentensucht

Andere Handelsnamen

Palexia Yantil Nucynta

Medikamente vergleichen

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe

Akute Vergiftung mit Alkohol, Schmerz- und Schlafmitteln oder Medikamenten gegen bestimmte psychische Erkrankungen

Darmlähmung

Asthma

Atemdepression

Hyperkapnie

Schwangerschaft

Nicht sicher

Alkohol

Der Alkoholkomsum verstärkt die Nebenwirkungen von Medikamenten

Was passiert, wenn Sie die Dosis verpasst haben?

Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben, sondern führen Sie die Anwendung wie vorher fort.

Überdosierung

Nach Einnahme erheblich zu hoher Dosen kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen. Rufen Sie bei Auftreten schwerer Nebenwirkungen unverzüglich einen Arzt zu Hilfe.

Wechselwirkungen

Es ersteht ein Risiko für ernsthafte Wechselwirkungen. Daher ist eine regelmäßige ärztliche Überwachung erforderlich.

Unerwünschte Reaktionen

Kopfschmerzen

Mundtrockenheit

Müdigkeit

Schläfrigkeit

Nahrungsmittel

Die Wirkung des Medikamentes wird durch die Nahrungsmittel nicht beeinflusst.

Aufbewahrung

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Häufige Fragen

Wie lange wirkt Tapentadol?

Die Wirkung von Tapentadol hält 4 bis 6 Stunden an.

Was ist die tägliche Höchstdosis von Tapentadol?

Die Höchstdosis beträgt 500 mg Tapentadol pro Tag und sollte nie überschritten werden.

Ist Tapentadol ein BTM?

Tapentadol ist in Deutschland rezeptpflichtig. Es unterliegt der BtMVV (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung). Die Behandlung mit Tapentadol darf nur auf besondere ärztliche Verordnung und Anweisung durchgeführt werden.

Wie gefährlich ist Tapentadol?

Tapentadol-Präparate können zu Beginn der Einnahme zu Nebenwirkungen führen. Beispielweise können die Patienten Schwindel, Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen haben.

Kann Tapentadol Abhängigkeit verursachen??

Ja, Tapentadol kann süchtig machen. Tapentadol-haltige Medikamente besitzen das Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial.

Was ist Tapentadol?

Tapentadol ist ein zentral wirksames Analgetikum, das der Gruppe der Opioidanalgetika zugeordnet ist. Es wird zur Behandlung von mittelstarken und starken Schmerzen angewendet, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden können.

Tapentadol ist in Deutschland als verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft. In Deutschland wurde dieses Opiod-Analgetikum im Jahre 2010 in Form von Retardtabletten auf den Markt gebracht. Als Lösung zum Einnehmen gibt es deutschlandweit ab 2014. Es ist auch als Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung erhältlich.

Dieses Schmerzmittel wird in Deutschland und Österreich unter dem Handelsnamen Palexia und in den USA unter dem Namen Nucynta vermarkt.

Es gibt zwei Gründe, warum Tapentadol bemerkenswert ist. Erstens, es hat zwei synergistische Wirkmechanismen, was bedeutet, dass es an μ-Opioidrezeptoren im Körper bindet, um Schmerzen zu blockieren, und die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt hemmt. Zweitens, Tapentadol ist das erste zentral wirkende synthetische Analgetikum.

Wann kommt Tapentadol in Frage?

Das Medikament wird nur bei mittelstarken oder starken Schmerzen angewendet,die nur mit Opioid-Analgetika angemessen behandelt werden können.

Arthrose, diabetische Neuropathie und Rückenschmerzen sind die Beschwerden, bei denen Tapentadol verschrieben werden kann. In der Regel wird es nicht bei Atemwegserkrankungen wie Asthma empfohlen. Es ist auch nicht für Patienten mit schwerer Nieren- oder Lebererkrankung geeignet.

In welcher Dosierung und Darreichungsform gibt es Tapentadol-Präparate?

Tapentadol unter dem Handelsname Palexia wird in 3 Darreichungsformen hergestellt. Es gibt in Form von Retarttabletten zu 50 mg, 100 mg, 150 mg, 200 mg und 250 mg, Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung und Lösung zum Einnehmen auf den Markt.

Was sollten Sie Ihrem Arzt sagen, bevor Tapentadol einnehmen?

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie folgende Beschwerden haben:

  • Allergie gegen Tapentadol, einen seiner Inhaltsstoffe, andere Medikamente, Lebensmittel oder Substanzen.
  • Lungenkrankheiten oder Atemprobleme wie Asthma bronchiale, Atembeschwerden oder Schlafapnoe
  • Hyperkapnie (erhöhter Kohlendioxidgehalt im Blut);
  • Darmverschluss
  • Nieren- oder Lebererkrankung

Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen (sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Arzneimittel, natürliche Mittel und Vitamine). Es kann sein, dass Tapenpadol mit anderen Medikamenten wechselwirk.

Dies sollte berücksichtigt werden

Dieses Medikament besitzt ein Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial. Dies sollte bei der Verschreibung eines Tapentadol-haltigen Arzneimittels in Betracht gezogen werden.

In hohen Dosen und bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Agonist der µ-Opioidrezeptoren kann Tapentadol eine dosisabhängige Atemdepression auslösen.

Tapentadol sollte nicht an Patienten verschrieben werden, die besonders empfindlich auf pathophysiologische Reaktionen reagieren.

Dieses Präparat kann eine Sphinkter-Oddi-Dysfunktion verursachen. 

Tapentadol sollte bei Patienten mit den Gallenwegserkrankungen, einem Schädel-Hirn-Trauma, einem Hirntumor und einer akuten Pankreatitis mit Vorsicht angewendet werden.

Bei einer Nebenniereninsuffizienz (z. B. bei Morbus Addison), einem alkoholischen Delir, Myxödem, einer toxischen Psychose, einer Hypothyreose sowie bei Prostatahypertrophie und Harnröhrenstrikturen ist besondere Vorsicht geboten.

Durch plötzliches Absetzen von Tapentadol können sich die Entzugserscheinungen entwickeln, wie z. B. Angstzustände, übermäßiges Schwitzen, Schüttelfrost, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Zittern, Durchfall, Piloerektion und selten Halluzinationen. Um den Entzugssymptomen vorzubeugen, sollte die Dosis des Arzneimittels schrittweise reduziert werden.

Es ist zu beachten, dass dieses Präparat einen signifikanten Blutdruckabfall verursachen kann. Besonders anfällig sind die Patienten mit einer Hypovolämie oder diejenigen, die Tapentadol gleichzeitig mit Phenothiazinderivaten oder Anästhetika einnehmen.

Es kann sich ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom entwickeln, indem Tapentadol gleichzeitig mit serotonergen Arzneimitteln eingenommen wird. Diese Arzneimittel sind selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, trizyklische Antidepressiva, Triptane, Medikamente, die die serotonerge Übertragung im Zentralnervensystem beeinflussen (z.B.  Mirtazapin, Trazodon und Tramadol Tabletten) und Medikamente, die den Serotoninstoffwechsel hemmen (zum Beispiel MAO-Hemmer). Mögliche Symptome des Serotonin-Syndroms sind beispielsweise: Verwirrtheit, Unruhe, Koma, Tachykardie, Fieber, beeinträchtigte motorische Koordination, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Aufgrund eines erhöhten Anfallsrisikos sollte Tapentadol bei Patienten mit Anfällen in der Vorgeschichte oder Epilepsie mit Vorsicht angewendet werden.

Welche schweren Nebenwirkungen können auftreten? 

In seltenen Fällen können bei einigen Patienten schwerwiegende und manchmal tödliche Nebenwirkungen auftreten. Rufen Sie Ihren Arzt an oder suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen oder Symptome haben, die mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden sein können:

  • Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, geschwollene Haut mit Blasen oder Schuppen, Keuchen, Engegefühl in der Brust oder im Hals, Atembeschwerden, Schluckbeschwerden oder Sprechstörungen, Gesichts-, Lippen-, Zungen- oder Halsschwellung, Schwellung im Mund;
  • starker Schwindel oder Ohnmacht;
  • Krämpfe;
  • starke Verstopfung oder Bauchschmerzen. Dies können Anzeichen einer schweren Darmerkrankung sein;
  • Schmerzen oder Druck in der Brust oder ein schneller Herzschlag.
  • Schlafapnoe-Syndrom;
  • Kurzatmigkeit
  • Verirrung;
  • Gangstörungen;
  • Stimmungsschwankungen.

Einzelnachweise

  1. arznei-telegramm.de (2010): Opioidanalgetikum Tapentadol (Palexia retard). In: a-t 2010;41; 103–4.
  2. gelbe-liste.de: Fachinformation: Wirkstoff Tapentadol
  3. Tzschentke T.M. et al. Tapentadol hydrochloride: a next-generation, centrally acting analgesic with two mechanisms of action in a single molecule. Drugs Today (Barc), 2009, 45(7), 483-96
  4. patient.info: Tapentadol for pain relief
Jonathan Sander
Assistenzarzt und freier Autor
Neben seiner Tätigkeit als Assistenzarzt der Klinik für Urologie in Augsburg unterstützt er seit Januar 2021 die Redaktion des Gesundheit-Services als freier Autor.
Erfahrungen

Tapentadol

Bewertung:

4.8

1 Erfahrung(en)

Erfahrungsbericht hinterlassen

Palexia wurde mit von meinem Doc gegen starke Arthrosen verschrieben. Hier ist es wichtig, die richtige Dosis zu finden. Ich nehme 150 mg Tapendapol und bin damit gut eingestellt. Gottseidank haben die Kopfschmerzen nicht lange angehalten.

03.03.2021

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Bewertung:

5.0

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