Erektionsstörung im Überblick

Erektionsstörung Ursachen

Was ist eine Erektionsstörung? Die Erektionsstörung, auch erektile Dysfunktion (ED) oder Impotenz ist ein medizinischer Begriff, der die Unfähigkeit beschreibt, eine Erektion zu erzeugen oder aufrechtzuerhalten, die für den Geschlechtsverkehr ausreicht. Dieser Zustand ist eines der häufigsten sexuellen Probleme bei Männern. Die Wahrscheinlichkeit einer erektilen Dysfunktion steigt mit dem Alter und betrifft schätzungsweise vier bis sechs Millionen Männer in Deutschland. Die Auswirkungen können je nach Einzelfall von geringfügig bis schwer reichen.

Welche Symptome hat die Erektionsstörung?

Die Erektionsstörung besteht aus mehreren Problemen, die mit der sexuellen Leistung eines Mannes verknüpft sind, darunter:

  • Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen
  • Schwierigkeiten beim Aufrechterhalten einer Erektion
  • vorzeitige Ejakulation (Ausspritzung der Samenflüssigkeit vor oder kurz nach der Penetration mit minimaler sexueller Stimulation)
  • reduziertes sexuelles Verlangen
  • Peyronie-Krankheit, eine Krümmung des Penis während einer Erektion.

Was sind die Ursachen für Erektionsstörung?

Die Erektionsstörung kann durch psychische oder physische Ursachen hervorgerufen werden. Die meisten Männer unter 40 haben eine psychische Erektionsstörung, die durch Stress, Angstzustände, Schuldgefühle, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl und Angst vor sexuellem Versagen verursacht wird. Obwohl die Medikamente in diesem Szenario hilfreich sein können, wird solche erektile Dysfunktion am besten mit Psychotherapie und speziellen Techniken behandelt. Solche Techniken können dazu beitragen, die mit dem Geschlechtsverkehr verbundene Angst zu verringern und die Angstzustände während der Behandlung von ED zu beseitigen.

Bei älteren Männern hat die Erektionsstörung normalerweise eine Ursache physischer Natur. Jede Krankheit, Verletzung oder jedes Medikament, das die Nerven schädigt oder die Durchblutung des Penis beeinträchtigt, kann die Impotenz verursachen.

Die häufigste Ursache für erektile Dysfunktion ist eine Gefäßerkrankung. Solche Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und die mit hohem Cholesterinspiegel verbundenen Erkrankungen führen zu Arteriosklerose in Penisblutgefäßen, was wiederum den Blutfluss während einer Erektion einschränkt. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel erhöhen die Chance auf die Arteriosklerose.

Die zweithäufigste Ursache für Erektionsstörung ist eine Nervenschädigung. Dies kann auf chronische Krankheiten (wie Diabetes, Multiple Sklerose) oder auf radikale Beckenoperationen (wie Prostata-, Blasen- oder Dickdarmentfernung) zurückzuführen sein.

Darüber hinaus kann die Potenzstörung als eine Nebenwirkung vieler Medikamente wie blutdrucksenkende Medikamente, Antidepressiva, Antihistaminika, Beruhigungsmittel und Appetitzügler auftreten.

Ca. 5 Prozent aller Potenzstörungen mit physischen Ursachen werden durch hormonelle Schwankung ausgelöst.

Welcher Arzt hilft bei Erektionsstörung?

Wenn Sie innerhalb von 3 Monaten keine Erektion haben oder wenn die Erektion bei Ihnen schwach ist, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es fällt den meisten Männern mit Erektionsstörung schwer, mit dem Arzt über ihre Probleme zu sprechen. In diesem Fall muss man verstehen, dass viele Männer davon betroffen sind und Ihr Arzt deshalb mit dem Thema erektile Dysfunktion vertraut ist.

Wie oben erwähnt, sind die Ursachen für  Erektionsstörung vielfältig. Aus diesem Grund können mehrere Ärzte zur Behandlung einer Erektionsstörung nötig sein. Der wichtigste Arzt, den Sie als erstes aufsuchen sollten, ist der Urologe. 

Sie können auch andere Ärzte ansprechen, z.B. Psychotherapeuten, Neurologen oder Psychiater, wenn die Ursache Ihrer erektilen Dysfunktion der psychischen Natur ist.

Je nach Krankenversicherung kann es sein, dass Sie als erstes Ihren Hausarzt konsultieren müssen, bevor Sie einen Termin beim Urologen vereinbaren.

Wie erfolgt die Behandlung erektiler Dysfunktion?

Die Behandlung hängt von der Ursache und der Schwere der Erektionsstörung ab. Änderungen des Lebensstils, Anpassung der Medikamente und Psychotherapie / Verhaltensänderung sollten zusammen mit der medizinischen Standardtherapie angewendet werden.

Orale Medikamente auf der Basis von PDE-5-Hemmern (z. B. Viagra, Levitra, Cialis oder Spedra) stellen die Erstlinientherapien dar.

Für Patienten, die nicht auf orale Medikamente ansprechen, werden andere Behandlungsmöglichkeiten verordnen, darunter Vakuumpumpen, Psychotherapie und Testosterontherapie.

Vakuumpumpen: Diese können verwendet werden, um eine Erektion zu erzeugen, indem ein Teilvakuum eingesetzt wird, um Blut in den Penis zu ziehen.

Psychotherapie: Dies kann verwendet werden, um den Stress und die Angst zu verringern, die mit dem Sex verbunden sein können.

Testosterontherapie: Dies kann die Energie, die Stimmung und das sexuelle Interesse älterer Männer mit niedrigem Testosteronspiegel verbessern. Es wird nicht für Männer empfohlen, die für ihr Alter einen normalen Testosteronspiegel haben. Dies liegt daran, dass das Risiko einer Prostatavergrößerung und anderer Nebenwirkungen besteht.

Penisimplantate: Diese können chirurgisch platziert werden, wenn andere Behandlungen nicht funktionieren.

Welche Potenzmittel helfen gegen Erektionsstörung?

Verschreibungspflichtige Medikamente sind normalerweise die erste Behandlungsoption. Hier sind einige der häufigsten Medikamente, die die erektile Funktion erhöhen können:

  1. Viagra (Sildenafilcitrat)
  2. Cialis (Tadalafil)
  3. Levitra (Vardenafil)
  4. Spedra (Avanafil)

Diese Potenzmittel müssen einige Minuten bis eine Stunde vor der sexuellen Aktivität eingenommen werden und erfordern eine sexuelle Stimulation, um wirksam zu sein. Sie wirken, indem sie den Blutfluss zum Penis erhöhen. Keiner dieser PDE-5-Hemmer sollte mehr als einmal täglich eingenommen werden.

Die Wirksamkeit dieser Potenzmittel hängt jedoch von der Grundursache der ED ab. Sildenafil und Tadalafil wirken auf die gleiche Weise, um die Blutgefäße zu erweitern und die Durchblutung des Penis zu erhöhen. Wenn die Ursache für ED nicht auf einen mangelnden Blutfluss zum Penis zurückzuführen ist, ist keines der beiden Medikamente hilfreich.

Männer, die bei Herzproblemen die Medikamente auf Nitratbasis wie Nitroglycerinpillen einnehmen, sollten keines dieser Potenzmittel zur Behandlung einsetzen, da diese Kombination zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen kann. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gesichtsrötung und Sehstörungen.

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Zuletzt aktualisiert am 09.04.2021